Grundsätzliche Überlegungen zu Chancen neuer Medien für ethische Bildung
Adaptiert aus dem Französischen nach einem Text von François Filliettaz
Unethisches Verhalten lässt sich als solches weder einfach beschreiben, noch abschliessend definieren. Dazu bräuchte es einen allgemein akzeptierten Kanon von Verhaltensweisen, der für alle Aspekte des gemeinschaftlichen Lebens Gültigkeit besitzt. Jugendliche suchen heute vergeblich nach Vorbildern, die ihnen eine akzeptable Integration in diese Welt erleichtern. Dennoch wird ihnen Respektlosigkeit vorgeworfen. Sie werden mit einer Welt konfrontiert, in welcher die Ausgrenzung in all ihren Formen nicht nur zu einer Schicksalsfrage wird, sondern "nach den Regeln der Ökonomie" gleichsam zu einem Naturgesetz, gegenüber dem sich Jugendliche und Erwachsene ausgeliefert fühlen können. Die zerbrechlichen oder sogar fehlenden ethischen Grundfesten unserer Gesellschaft führen oftmals zu verzweifelten oder sogar gewalttätigen Reaktionen.
Die Schule wurde natürlich nicht verschont. In ihr bildet sich vielmehr ein Konzentrat der äusseren Spannungen ab. Es stellt sich die Frage, ob Schule einen Beitrag zur Wiederherstellung einer neuen, auf Besinnung, Verantwortung und "genügend guten" Taten beruhenden Ethik leisten kann. Nehmen wir die Herausforderung an und überlegen wir uns eine Strategie!
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