Ausgehend von "Literacy is the ability to
access,
analyze,
evaluate and
communicate messages in a variety of forms" (Aufderheide, Patricia 1993, 9) verdeutlicht Reneé Hobbs, was unter "messages in a variety of forms" verstanden werden kann. Zudem schliesst sie Schreibprozesse, Autoren- und Autorinnentätigkeit bzw. Medienproduktion wesentlich in den Literalitätsbegriff mit ein: "Media literacy empowers people to be both critical thinkers and creative producers of an increasingly wide range of messages using image, language, and sound" (Hobbs, Reneé 1996, 166). Media Literacy umfasst also neben der Schriftlichkeit das Produzieren und ‚Lesen' von Bildern und Tönen.
Media Literacy beinhaltet noch weitere Kompetenzen: Informiertsein (Informed Citizenship), ästhetische Wertschätzung und Ausdrucksmöglichkeit, soziale Verantwortung, Selbstwert und bewusstes Konsumverhalten (vgl. Aufderheide, Patricia 1993, 79).
Hobbs (vgl. 1998) unterscheidet zudem vier didaktische Phasen des Erwerbs von Media Literacy: Auf die Reflexion des eigenen Medienkonsums folgen eigene Produktionen und deren kritische Betrachtung. Die Analyse kultureller, politischer und sozialer Aspekte von Medienprodukten ist der Kern einer dritten Phase. Abschliessend werden die Lernenden befähigt, Medien und deren Inhalte für die eigenen Interessen zu nutzen und damit aktiv am Mediengeschehen teilzunehmen. Hobbs' Ansatz steht damit dem systematischen Vermitteln von Literalität sehr nahe; Lehrgänge und Lernwege lassen sich mit ihren Begriffen gut beschreiben.
Potter (Potter, W. James 1998, 14 ff.) hingegen wählt einen anderen Ansatz. Er teilt Media Literacy in vier
psychologische Dimensionen auf. Die Potter'schen Dimensionen eignen sich besonders dazu, mediendidaktisches Wissen und Können zu beschreiben und zu charakterisieren. Unterrichtsziele beispielsweise lassen sich damit günstig definieren.